Aussetzen der Aktion 20.000: Ein Schlag ins Gesicht älterer, langzeitarbeitsloser Menschen

Das Aussetzen der Aktion 20.000, die nun in ganz Salzburg hätte starten sollen, ist ein Schlag ins Gesicht älterer, langzeitarbeitsloser Menschen. Zum Beginn des neuen Jahres wird so vielen Betroffenen eine Hoffnung genommen!

Mit Jahresbeginn hätte die Aktion, die seit Mitte des Jahres 2017  in der Modellregion Pongau erprobt wurde, auf ganz Salzburg ausgedehnt werden sollen. Aber dazu kommt es nach den Plänen der neuen Bundesregierung nicht: Die Aktion soll ausgesetzt werden!

Kosten der Aktion 20.000

Immer wieder wurde mit den hohen Kosten der Aktion argumentiert, dem widerspricht Peter Ruhmannseder, Geschäftsführer von arbeit plus Salzburg: „Drei Viertel der gesamten Kosten fallen in Form von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe auch so an! Die Aktion hat vielen Menschen Mut gemacht, sie haben neue Hoffnung geschöpft, diese wird nun zerstört. Die Regierung sollte diesen Schritt noch einmal überdenken,“ so Ruhmannseder.

Was Hartz IV in Österreich für die Menschen bedeuten würde

Eine Streichung der Notstandshilfe stürzt in Österreich bis zu 160.000 Menschen in Einkommensarmut und bedeutet einen historischen Systembruch hin zu einem Hartz IV-System in Österreich. Wir haben einige Grafiken zusammengestellt, die veranschaulichen sollen, was es bedeutet, wenn dieses Vorhaben der neuen Bundesregierung umgesetzt wird. „Wir können uns bei unseren deutschen Nachbarn anschauen, wohin Hartz IV führt: Nämlich in Armut und ein Endlos-Hamsterrad ohne Perspektiven. Hartz IV hat in Deutschland aus armen Arbeitslosen arme Erwerbstätige gemacht“, betont arbeit plus-Geschäftsführerin Judith Pühringer. Hartz IV ist eine Sackgasse: Während in Deutschland mehr als 15 Prozent der Arbeitslosen mehr als vier Jahre einen Job suchen, sind dies in Österreich nur etwas über 5 Prozent.

Hartz IV ist eine Sackgasse

Für langzeitarbeitslose Menschen ist Hartz IV eine Sackgasse. Nur 1 von 100 LangzeitbezieherInnen von Hartz IV findet wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Hartz IV ist kein Mittel zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit

Auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird: Hartz IV ist sicherlich kein Mittel zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. In Deutschland sind nicht nur mehr Menschen langzeitarbeitslos, sondern sie sind es auch deutlich länger als in Österreich.

Hartz IV würde in Österreich 160.000 Menschen in Einkommensarmut drängen

Eine Studie des Finanzministeriums hat im April 2017 untersucht, wie sich die Umlegung von Hartz IV auf Österreich auswirken würde: 160.000 Menschen würden in Einkommensarmut getrieben werden.

Mit Hartz IV wurde der Druck auf arbeitslose Menschen drastisch erhöht. Mittlerweile belegt Deutschland einen einsamen Spitzenplatz: Nirgendwo sonst in der EU sind mehr arbeitslose Menschen von Armut bedroht.

Hartz IV hat zu einer Verdoppelung der Working Poor geführt

Seit der Einführung von Hartz IV hat sich die Zahl der Working Poor in Deutschland verdoppelt.

Deutschland hat mittlerweile einen der größten Niedriglohnsektoren innerhalb der Europäischen Union.

Deutschland blickt inzwischen schon nach Österreich

Selbst der ehemalige Leiter der Bundesagentur für Arbeit sieht Hartz IV als den falschen Ansatz zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und schlägt für Deutschland ein an die Aktion 20.000 angelehntes Modell vor.

20 Jahre arbeit plus Salzburg

Arbeit und ein gutes Leben für alle – eine Vision?

Seit 20 Jahren setzt sich arbeit plus Salzburg (bis 2015 Plattform Salzburg) im Sinne der Menschenwürde und einer hohen Verteilungsgerechtigkeit für diese Vision ein!

Mit Vorträgen und Diskussion zu diesem Thema feiern wir dieses Jubiläum.

Feiern Sie mit uns!

Mittwoch, 10. Jänner 2018, 15.00 Uhr
Tribühne Lehen, Tulpenstraße 1, Salzburg

 

Programm:

15.00 BegrüßungDaniela Diethör, Obfrau arbeit plus Salzburg
Heinrich Schellhorn, Landesrat für Soziales, Land Salzburg
15.15 Vorträge & DialogAdelheid Biesecker, Sozial-ökologische Ökonomin, Bremen
Thomas Leoni, Wirtschaftswissenschafter WIFO Wien
Pause
17.00 PodiumsdiskussionAdelheid Biesecker, Sozial-ökologische Ökonomin, Bremen
Birgit Buchinger, Sozialwissenschafterin, Salzburg
Daniela Diethör, Obfrau arbeit plus Salzburg
Andreas Eichhorn, Abteilungsleiter Soziales, Land
Salzburg
Thomas Leoni, Wirtschaftswissenschafter WIFO Wien
Christian Salletmaier, Abteilungsleiter Stv.
Wirtschaft, Land Salzburg
Siegfried Steinlechner, Geschäftsführer AMS Salzburg
Moderation: Judith Pühringer, Geschäftsführerin arbeit plus Österreich
18.00 in Verbindung kommenmit Bufett von sozialwirtschaftlichen Unternehmen

Wir freuen uns auf Ihr Kommen,
der Vorstand arbeit plus Salzburg.

Um Anmeldung wird hier gebeten.

Persönliche Infos:
Peter Ruhmannseder, Geschäftsführer arbeit plus Salzburg
+43 650 9438585

Geschenke mit sozialem Mehrwert bei der „Lebensarbeit“

Bild: Lebensarbeit

Wer auf der Suche nach schönen, handgefertigten Geschenken (für sich selbst?) ist, wird bei der Lebensarbeit, einer Einrichtung der Sozialen Arbeit gGmbh sicher fündig!

Mehr davon gibts hier.

oder vor Ort:

Teisenberggasse 25, 5020 Salzburg, Tel.: 0662/42 38 48

Arbeit 4.0: Automatisierung und Ausbeutung?

 Roboter werden die Arbeitenden in den Fabriken weitgehend überflüssig machen, so Prognosen über „Arbeit 4.0“. Doch die Arbeit wird nicht abgeschafft, sie wird aufgespalten und verdichtet, ausgelagert und versteckt, so die Überzeugung des Berliner Wissenschaftsjournalisten Matthias Martin Becker. In seiner Publikation „Automatisierung und Ausbeutung. Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus“ analysiert Becker die neuen Rationalisierungsstrategien und erklärt, was sich hinter Schlagworten wie Crowdwork, Maschinenlernen oder „Industrie 4.0“ verbirgt.
Vortrag von Matthias Martin Becker mit anschließender Diskussion mit Tobias Hinterseer (AK Salzburg) und Peter Ruhmannseder (arbeit plus Salzburg). Moderation: Hans Holzinger (Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen)

Do, 18.5.2017, 19.00 Uhr, Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18/2

mehr dazu und Anmeldung

 

 

DSE-Wien heißt jetzt arbeit plus Wien

Durch die Namensänderung will der Wiener Dachverband aufzeigen, dass Sozialintegrative Betriebe mehr bieten als Jobs und Beratung.

Dem Tag der Arbeit geht der Tag der Arbeitslosen voraus – ein Tag, der nicht zum Feiern einlädt – vor allem nicht die Betroffenen, die mit ihrem Job viel mehr als ihre „Arbeit“ verloren haben: den gewohnten Alltag, die KollegInnen, die Anerkennung und das dringend benötigte Einkommen.

Je länger Arbeitslosigkeit dauert, je älter oder schlechter ausgebildet man ist, desto schwieriger wird es, einen neuen Job zu finden. Immer mehr Betroffene benötigen für den (Wieder)Einstieg ins Erwerbsleben besondere Unterstützung. „Durch das ,plus‘ in unserem neuen Namen wollen wir noch deutlicher machen, dass die Angebote unserer Mitglieder den Arbeitslosen weit mehr bringen als bloße Jobvermittlung und Beratung“, erläutert Christoph Parak, Geschäftsführer von arbeit plus Wien.

arbeit plus Salzburg freut sich über den Zuwachs in der Namensfamilie von „arbeit plus“: Herzlich willkommen!

Hier geht es zur Presseaussendung.

Hier gelangen sie zur Homepage von arbeit plus Wien.

arbeit plus startet am 30. April 2017 die Aktion „Auch das ist Arbeit“

arbeit plus startet zum Tag der Arbeitslosen am 30. April die Aktion „Auch das ist Arbeit“. Wir möchten damit zu einer kreativen und kritischen Auseinandersetzung mit dem gängigen Arbeitsbegriff anregen und die vielen unterschiedlichen Facetten von Arbeit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Zudem soll die Aktion auch mehr Bewusstsein für eine gerechte Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern schaffen.

Konkret geht es darum, einen Sticker mit der Aufschrift „auch das ist arbeit“ an einem beliebigen Motiv, Gegenstand usw. anzubringen und ein Foto davon an arbeit plus zu mailen und/oder selbst unter dem Hashtag #auchdasistarbeit auf Facebook zu posten. Ob das nun ein Kochtopf voller Kartoffeln, der Kinderwagen oder auch das Verfassen von Bewerbungsschreiben ist – alles ist möglich, jede Idee ist willkommen. Die so entstehende Fülle von Bildern soll die vielen wichtigen Tätigkeiten, die sich im Verborgenen abspielen, ins Scheinwerferlicht rücken.

„Wir wissen, wie wichtig eine existenzsichernde Erwerbsarbeit für die Menschen ist, deshalb unterstützen die Sozialen Unternehmen langzeitarbeitslose Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sind wir aber überzeugt: Jede Arbeit ist wertvoll, egal, ob bezahlt oder unbezahlt. Außerdem bildet unbezahlte Arbeit den Rückhalt für die Erwerbsarbeit, macht diese erst möglich“, so der Geschäftsführer von arbeit plus Salzburg, Peter Ruhmannseder.

Arbeit ist nicht nur Erwerbsarbeit

Die deutsche Soziologin Frigga Haug unterscheidet in ihrer „Vier-In-Einem-Perspektive“ neben Erwerbsarbeit auch Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen), Freiwilligenarbeit und Arbeit an sich selbst (Weiterbildung, Kultur, etc.). „Wir sind überzeugt: Nur eine Erwerbsarbeit, die Raum lässt für die weiteren drei ,Arbeits-Felder wird den Menschen in ihrer Gesamtheit gerecht“, sagt arbeit plus Österreich Geschäftsführerin Judith Pühringer. arbeit plus setzt sich für eine gute und qualitätsvolle Arbeit ein, um allen Menschen in Österreich gesellschaftliche Teilhabe und eine gesicherte Existenz zu ermöglichen.

 

Sticker und Infofolder zur Aktion können unter auchdasistarbeit@arbeitplus.at bestellt werden.