30.04.2023: TAG DER ARBEITSLOSIGKEIT Pressekonferenz am Freitag den 28.04.2023

Bitte einsteigen! Für einen Arbeitsmarkt der alle mitnimmt

Eine Pressekonferenz im Gehen, entlang von 8 Geschichten zum Thema Erwerbsarbeitslosigkeit

PK am Freitag, 28.04.2023, 10:00 Uhr

Ort: Linkes Salzachufer, Kaipromenade Franz-Josef-Kai, gleich nach der Radwegkreuzung, Richtung Rot Kreuz Parkplatz

Jährlich findet am 30. April der Tag der Arbeitslosigkeit statt. Um auf die Vielschichtigkeit von Erwerbsarbeitslosigkeit und die daraus resultierenden schwerwiegenden Auswirkungen auf Betroffene und deren Angehörige aufmerksam zu machen, hat sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Armutskonferenz Salzburg, AK Salzburg, ÖGB, Volkshilfe, Frau&Arbeit, Caritas, pro mente Salzburg, Einstieg/Kompass und arbeit plus Salzburg zusammengefunden.

Es sprechen:

+ Peter Ruhmannseder / arbeit plus Salzburg

+ Carmen Bayer / Armutskonferenz Salzburg

+ Ines Grössenberger / AK Salzburg

+ Daniela Diethör / Frau&Arbeit

+ Thomas Robatscher / Caritas Salzburg

+ Alfons Riedlsperger, Kathleen Heft / pro mente Salzburg

Interviews mit ehemals Betroffenen können gerne organisiert werden.

Gefordert wird – wie im Titel bereits angekündigt – ein Arbeitsmarkt der für jede*n den richtigen Platz bietet. Wir nähern uns der Thematik über folgende Punkte:

+ Alter & Arbeitslosigkeit

+ Rahmenbedingungen & Arbeit (der Ruf nach einem dritten Arbeitsmarkt)

+ Frauen & Arbeit (Wiedereinstieg und Care Arbeit)

+ Krankheit & Arbeit

+ Migration & Arbeit

+ Armutsgefährdung & Arbeit

+ Jugendliche & Arbeit

Auch heuer hat sich eine Arbeitsgruppe zum Tag der Arbeitslosigkeit zusammengefunden um gemeinsam auf die diversen Ursachen von Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen, Folgen von Langzeitarbeitssuche zu beschreiben und gemeinsame Forderungen zu formulieren:

DIE ARBEITSGRUPPE:

Armutskonferenz Salzburg, Arbeiterkammer Salzburg, ÖGB Salzburg, Volkshilfe Salzburg, Frau&Arbeit, Einstieg Salzburg/Kompass, Caritas Salzburg und arbeit plus Salzburg.

DIE THEMEN:

  • Arm trotz Arbeit:

Wer: ca. 15% der in Österreich lebenden Menschen (EU-SILC, 2021). Erwerbsarbeit schützt vor Armut. So zumindest lautet die gängige Argumentation. Berufstätige sollten durch ihr erarbeitetes Einkommen vor Armut und sozialer Ausgrenzung geschützt sein. Doch immer mehr Menschen sind trotz Arbeit armutsgefährdet.
2023 liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei 1.371,00€ monatlich für einen Ein-Personen-Haushalt. Viele Personen haben jedoch ein Einkommen unterhalb dieser Grenze, in Salzburg sind 9,3% der Sozialhilfe-Bezieher*innen sogenannte Aufstocker*innen, d.h. dass trotz Erwerbstätigkeit mit Sozialhilfe aufstockt werden muss, da das Erwerbseinkommen alleine nicht zum Leben reicht.

Das braucht es: Existenzsichernde Einkommen und damit eine Abkehr vom Niedriglohnsektor und prekären Arbeitsverhältnissen.

  • Rahmenbedingungen, die nicht mehr passen

Erwerbsarbeit bringt uns Einkommen, aber auch das Gefühl wichtig zu sein, sie strukturiert unseren Tag, verbindet uns mit Menschen, oft werden daraus Freunde. Und diese Arbeit gibt uns Sinn.
Aus diesem Grund wollen die allermeisten Menschen arbeiten. Viele können das aber nicht, weil die Strukturen und Bedingungen des Arbeitsmarktes nicht passen oder überfordern.

Das braucht es: Längerfristig geförderte Beschäftigung sowie begleitende Beratung und Qualifizierung geben Unterstützung, damit Menschen (wieder) eine gute Arbeit finden und damit finanziell und sozial gesichert sind.

  • Alter und Arbeitlosigkeit

Nur jede 2. Frau wechselt direkt aus einer aktiven Beschäftigung in die Alterspension. Beschäftigte aus Tourismus oder Reinigung gehen sogar meist aus der Arbeitslosigkeit in Pension. Die fehlenden Erwerbsjahre spiegeln sich dann in niedrigen Pensionen wider. Das muss sich ändern.

Das braucht es: Bessere Arbeitsbedingungen und weniger Arbeitsstress, Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, technische Hilfsmittel, mehr Personal, bessere Bezahlung sowie einen Rechtsanspruch auf Alternsteilzeit. Zudem braucht es eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur (Kinderbildung, Pflege etc.), um Frauen zu entlasten und ihnen ein eigenständiges, finanziell abgesichertes Leben bis zur Pension zu ermöglichen.

  • Krankheit und Herausforderungen

Ganz klar: Arbeitslosigkeit und Krankheit stehen in Zusammenhang. Arbeitslose leiden öfter an psychischen und physischen Erkrankungen als Erwerbstätige. Auch prekäre Beschäftigung beeinträchtigt die Gesundheit. Neben den materiellen Folgen der Arbeitslosigkeit sehen sich Betroffene mit dem Verlust von Selbstwert und sozialer Ausgrenzung konfrontiert.

Das braucht es: Elementar zur Vermeidung von Scham und Stigmatisierung ist die Forderung nach „Teilhabe„. Partizipation ist jedoch nur erfolgversprechend, wenn man Betroffenen einerseits die faktischen sowie rechtlichen Hürden weitestgehend aus dem Weg räumt, andererseits die Wichtigkeit dieser Teilhabe am Prozess bewusst macht.

  • Jugend

Jugendliche – insbesondere Mädchen und junge Frauen – wollen unabhängig sein können. Eine Lehre oder eine Arbeit bietet ihnen die Möglichkeit, sich frei von den Vorstellungen von Familie und Partner*innen ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Das setzt den Grundstein für finanzielle Unabhängigkeit und ein aktives Berufsleben.

Das braucht es: Lehr- und Arbeitsstellen, die existenzsichernd sind und eine breitere Versorgung mit Beratungsangeboten. Außerdem braucht es Zeit und Raum in diesen ersten Erfahrungen mit Arbeit, selbstständig zu werden, Entscheidungen zu überdenken und an Missgeschicken zu wachsen.   

  • Migration

Der österreichische Arbeitsmarkt empfängt Menschen mit Migrationshintergrund nicht mit „offenen Armen“. Starke Reglementierungen, hohe Zugangsvoraussetzungen und die Beschränkungen auf Mangelberufe drängen Migrant*innen in prekäre Beschäftigungen und damit unsichere Lebenssituationen. Aber auch die Anrechnung von Vorkenntnissen wird oft nicht anerkannt, sodass (hoch-)qualifizierte Menschen Tätigkeiten ausüben, die sie nicht machen müssten. Damit verstummt ein wichtiges Potenzial und wir verpassen als Gesellschaft die Chance, uns kulturdivers zu bereichern.

Das braucht es: Einen Arbeitsmarkt mit weniger Zugangsbeschränkungen für Menschen mit Migrationshintergrund.

Do., 10.11.2022 Veranstaltungstipp: Demokratie und Digitalisierung: Chancen und Risiken einer globalen Dynamik

Do., 10. 11. 2022, 19:00 bis 20:30

Neben der Finanzwelt – Stichwort Online-Banking oder Hochfrequenzhandel – durchdringt die Digitalisierung immer mehr Bereiche unseres Lebens. E-Commerce und E-Governance werden stetig weiterentwickelt. Nicht zuletzt infolge der Corona-Maßnahmen Lockdown und Home-Office gab es hier einen deutlichen Schub. Doch profitieren hier wirklich alle Menschen in gleichem Maße? Was bedeutet diese Entwicklung für die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben und für die Demokratie?

Die digitale Transformation unserer Gesellschaft ist in vollem Gange. Immer mehr Lebensbereiche werden von ihr erfasst. Das Smartphone mit seinem enormen Funktionsumfang ist alltagsprägend geworden, der Zugang zum (mobilen) Internet eine Selbstverständlichkeit, die Nutzung von technisch vermittelten Medien und von künstlichen Intelligenzen omnipräsent. Doch was bedeuten diese Entwicklungen für Demokratie und Mitbestimmung? Welche Zugangshürden entstehen dadurch? Und was kann man tun, damit möglichst viele Menschen auch in einer digitalen Welt an der Gesellschaft teilhaben können?

Vortrag und Diskussion mit:

  • Heiko Berner, Kultur- und Erziehungswissenschaftler, Fachbereichsleiter Soziale Arbeit und Innovation an der FH Salzburg
  • Alina Kugler, Mediatorin und Studium Soziale Arbeit, Salzburg

Teilnahmebeitrag für Teilnahme vor Ort (incl. Imbiss und Getränken): EUR 10,-

Anmeldung bitte per E-Mail an: anmeldung@virgil.at

Die Teilnahme ist kostenlos auch online möglich: https://virgil-at.zoom.us/j/85998903166

Meeting-ID: 859 9890 3166

In Kooperation mit der Akademie für Gemeinwohl und dem Bildungszentrum St. Virgil.

Tag der menschenwürdigen Arbeit

07.10.2022

Der 7. Oktober ist der Tag der menschenwürdigen Arbeit, Arbeit ist aber ein vielseitiger Begriff!
Wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir meistens Erwerbsarbeit, es gibt aber auch die Sorgearbeit, die Pflegearbeit, die Freiwilligenarbeit, die Hausarbeit – um nur einige zu nennen.
Bei uns im Netzwerk von arbeit plus geht es vor allem um Personen, die sich nicht so leicht tun, in den Erwerbsarbeitsmarkt (wieder) hinein zu kommen und dafür eine angemessene Entlohnung erhalten. Mit Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung wird diesen Personen ein Angebot gemacht, um diesen oft schwierigen Prozess zu meistern.
In den Menschenrechten, im Artikel 23  ist festgelegt: „Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.“
Damit sind auch bereits einige Aspekte menschenwürdiger Arbeit angesprochen, in weiteren Artikeln folgen Punkte, die mit Arbeit einhergehen, wie z.B. das Recht auf Erholung und angemessene Freizeit, auf soziale Sicherheit, Gesundheit und eben Sicherung im Falle von (Erwerbs)arbeitslosigkeit.

Am 7.Oktober werden wir daher diesen Tag mit einer Veranstaltung würdigen, auf diese Menschenrechte hinweisen und uns die Frage stellen, wie wir gemeinsam Hoffnung schöpfen in dieser Zeit der multiplen Krisen.

SI plus: Forum Soziale Innovation Salzburg

19. September 2022, 13-17 Uhr
Salzburg, Ort tba

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie mit Social Distancing und online Workshops, mitten in der Energiekrise und angesichts von Krieg und Klimakrise sind dringend sozial innovative Ideen notwendig, um Lösungen für die neuen soziale Herausforderungen zu entwickeln. Von diesen Herausforderungen gibt es viele: Digitalisierung, Langzeitarbeitslosigkeit, ein boomender Niedriglohnsektor, Re-Traditionalisierung von Rollenbildern, die Ungleichverteilung von Arbeit, … um nur einige wenige zu nennen. 

SI plus – Kompetenzzentrum für Soziale Innovation möchte einen Ort bieten, um gemeinsam Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln und lädt daher herzlich ein zum Forum Soziale Innovation Salzburg! Wenn dich soziale Innovation in Salzburg immer schon interessiert hat, du innovative Projektideen hast und mit anderen diskutieren möchtest, Kooperationspartner*innen suchst oder dich vernetzen willst, bist du beim Forum genau richtig.

Der erste Call des Europäischen Sozialfonds (ESF+) steht in den Startlöchern. Das Forum Soziale Innovation bietet auch die Gelegenheit, Ideen für die Priorität Soziale Innovation einzubringen und zu entwickeln. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, was es an sozialer Innovation für Salzburg braucht, wie wir auf Bestehendem aufbauen können und welche neuen Partnerschaften geschmiedet werden sollten.

Wir freuen uns auf einen spannenden Tag mit sozialen Innovator*innen in Salzburg!

Infos zu Programm und Veranstaltungsort werden Ende August ausgesandt. Anmeldeschluss ist der 9. September 2022. Die fixe Zusage für die Teilnahme wird nach Anmeldeschluss zugesandt. Bei sehr vielen Anmeldungen möchten wir uns vorbehalten, Teilnehmende auszuwählen, um eine ausgewogene Durchmischung sicherzustellen.

Eine Anmeldung ist bereits jetzt > hier möglich.

SI plus wird aus Mitteln der Europäischen Kommission (EaSI) sowie des Österreichischen Bundesministeriums für Arbeit finanziert.

SI plus wird von L&R Sozialforschung in Kooperation mit arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich durchgeführt.

30. April: Tag der Arbeitslosigkeit

Für eine Arbeitsmarktpolitik, die niemanden zurücklässt!

Wir haben in Salzburg zur Zeit eine ausgezeichnete Situation am Arbeitsmarkt: mit etwas mehr als 3% Arbeitslosigkeit kann man von Vollbeschäftigung sprechen! 

Am Tag der Arbeitslosigkeit – einen Tag vor dem „Tag der Arbeit“ hat arbeit plus Salzburg in Kooperation mit  Armutskonferenz, AK, Gewerkschaft, Neustart und  Sozialer Arbeit trotzdem darauf hinweisen, dass sich rund 25% aller von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen seit mehr als einem Jahr in dieser prekären Situation befinden, immer mehr Personen schon seit mehreren Jahren!

Wir fordern daher:

  • eine armutsfeste Absicherung für diese Menschen
  • eine weiterhin aktive Arbeitsmarktpolitik mit Beratung- und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • eine längerfristig geförderte Beschäftigung (durchlässiger Stufenplan&Casemanagement)
  • Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen – gratis & flexible Öffnungszeiten
  • Zugang zum Arbeitsmarkt für vertriebene Menschen – denn diese sind oft seit Jahren – statistisch unsichtbar-  arbeitslos
Ansicht der HAI
Bild: arbeit plus Salzburg

Unsere Pressekonferenz in der Halleiner Arbeitsinitiative HAI hatte einige Medienartikel zur Folge, hier eine Auswahl:
Salzburg heute FilmbeitragSalzburg heute StudiogesprächArtikel Salzburger Nachrichten                                

Podiumsdiskussion „Alles Krise?“

Arbeitsmarkt, Soziales und Klima: Welche Modelle brauchen wir für eine innovative und aktive Arbeitsmarktpolitik der Zukunft?

Donnerstag, 5. Mai 2022, 15:00 – 17:00 (Achtung, neue Uhrzeit!)
in Präsenz: Literaturhaus Salzburg
Struberg. 23 / H.C. Artmannplatz
5020 Salzburg

sowie online via Zoom

Programm:

Änderungen vorbehalten

Begrüßung durch Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich

Keynote 1: (via Zoom-Zuschaltung) Lukas Lehner, Ökonom | Oxford University: Potentiale am Arbeitsmarkt angesichts der Pandemie, der Klimakrise und des demographischen Wandels nutzen

Keynote 2: Trude Hausegger | Prospect: Bausteine für einen inklusiven Arbeitsmarkt

Podiumsgespräch mit anschl. Publikumsdiskussion zu aktuellen Herausforderungen und Lösungspotentialen Sozialer Unternehmen – mit BM Martin Kocher | Bundesministerium für Arbeit, Trude Hausegger | Prospect, Manuela Vollmann | arbeit plus, Matthias Neitsch | RepaNet, Moderation: Benedicte Hämmerle | arbeit plus Vorarlberg

Anmeldung:

arbeit plus Mitglieder, die sich bereits via office@arbeitplus.at zur Teilnahme an der unmittelbar zuvor stattfindenden Generalversammlung angemeldet haben, müssen sich hier nicht gesondert anmelden.

Zoom-Teilnehmer*innen wird der Link 24h vor Veranstaltungsbeginn zugesendet. Felder mit einem * sind Pflichtfelder „Alles Krise?“ – Arbeitsmarkt, Soziales und Klima:Welche Modelle brauchen wir für eine innovative und aktive Arbeitsmarktpolitik der Zukunft?

ANMELDUNG

Alles Krise? – arbeit plus Expert*innengespräch mit Bundesminister Kocher  

zu aktuellen Herausforderungen und Lösungspotentialen Sozialer Unternehmen – mit BM Martin Kocher | Bundesministerium für Arbeit, Trude Hausegger | Prospect, Manuela Vollmann | arbeit plus, Matthias Neitsch | RepaNet, Moderation: Benedicte Hämmerle | arbeit plus Vorarlberg

Aktuell sind 261.917 Menschen erwerbsarbeitslos, davon 100.500 langzeitbeschäftigungslos, also länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das bedeutet, dass zwar die Zahl der Arbeitslosen insgesamt unter dem vor COVID Niveau ist, die Zahl der Menschen die lange ohne Job sind jedoch noch nicht.  Ihr Anteil an allen Arbeitslosen steigt zudem stetig und hat sich seit 2008 sogar verdreifacht.

Der Weg zurück in die Arbeit ist nach einem längeren Ausfall oft schwierig. Der Arbeitsmarkt bietet wenig Möglichkeiten im Übergang zu einem Vollzeitjob an. Gesundheitliche Einschränkungen, Alter oder auch fehlende Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung werden oft zur dauerhaften Barriere. Das bestätigt die Datenlage ebenso wie die langjährige Erfahrung von über 200 Sozialen Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus, deren Ziel es ist Menschen die lange ohne Job waren, beim beruflichen (Wieder)einstieg zu unterstützen. Um diesen Trends zukünftig entgegenzuwirken sind neue Lösungen in der Arbeitsmarktpolitik und für Soziale Unternehmen notwendig.

Drehtüreffekt zwischen den Institutionen

„Für einen inklusiven Arbeitsmarkt braucht es ein zielgruppenorientiertes Vorgehen, damit Menschen nach schwierigen Phasen aufgefangen werden. Individualisierte Programme sind zwar teurer als alles was schnell geht, langfristig aber unabdingbar. Außerdem müssen die einzelnen Institutionen besser zusammenarbeiten, daran führt kein Weg vorbei. Zusätzlich würde ich Lösungen zwischen Voll- und Teilerwerbsfähigkeit und Stufenmodelle zur Arbeitsintegration unterstützen,“ so Trude Hausegger, Geschäftsführerin von Prospect.

Fokus auf Kreislaufwirtschaft

„Soziale Unternehmen haben schon immer einen sozialen und ökologischen Anspruch erfüllt. Damit hat sich ein hoher Grad an Professionalität in Österreich entwickelt. Die Sozialen Unternehmen sind in Reuse und Reparatur europaweit Vorreiter. Wir brauchen jetzt stabile Partnerschaften und ein drittes Standbein außerhalb der Förderlogik des AMS und dem Anteil der Eigenerwirtschaftung, damit verlässliche Kooperationen eingegangen werden können,“ fügt Matthias Neitsch, Gründer und Geschäftsführer des Vereins RepaNet hinzu.

Lebensphasenorientiert Arbeiten und Lernen

„Wir stehen vor enormen Herausforderungen und einem Strukturwandel, der auch Chancen in neuen Branchen und Bereichen bringt. Hier muss die Arbeitsmarktpolitik reagieren: geförderte Programme die innovative Beschäftigung und Qualifizierung verbinden im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich und im Gesundheits- und Pflegebereich sind zukünftig gefragt.  Das hilft der Wirtschaft und den Menschen“, sagt Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus Österreich.

„Außerdem braucht es flexiblere Modelle, die die auf die Lebensphasen der Menschen eingehen. Flächendeckende Kinderbetreuung ist für die Vereinbarkeit von Elternschaft und Arbeit ein wesentlicher Baustein. Angebote wie der Papamonat haben bislang nur kosmetische Auswirkungen. Was in Österreich funktioniert, um nachhaltig Gleichstellung am Arbeitsmarkt zu erreichen, müsste noch besser beforscht werden,“ ergänzt Lukas Lehner von der Universität Oxford.

Zusammenarbeit, individuelle Programme und soziale Vergabe

„Das große Ziel ist es, die Langzeit-Beschäftigungslosigkeit zu senken. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die am ersten Arbeitsmarkt derzeit keine Chance haben. Wir sehen klar, dass viele Menschen gesundheitliche, psychische oder sonstige Einschränkungen zu haben und auch in einem Jahr nicht voll arbeiten können. Für diese gilt es, ein Ökosystem aus Kombilöhnen, passenden Maßnahmen und sonstigen Unterstützungen gemeinsam mit anderen zu schaffen. Als Arbeitsminister möchte ich lieber, dass Menschen zehn Stunden als gar nicht arbeiten,“ sagt Martin Kocher, Bundesminster für Arbeit.

Soziale Unternehmen sind auf die Zielgruppe dieser Menschen spezialisiert. Um diese Programme zu finanzieren, braucht es ausreichend Mittel. Ein wesentlicher Hebel ist hier die soziale Vergabe, dh. wenn in öffentlichen Ausschreibungen die sozialen Kriterien von Unternehmen beachtet bzw. direkt an Soziale Unternehmen vergeben wird.

„Aktive Arbeitsmarktpolitik zahlt sich aus – das ist sozial, aber auch ökonomisch klug“, damit schließt Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus Österreich, den Nachmittag ab und fasst vier Punkte für die Zukunft eines Arbeitsmarktes für alle zusammen:

  1. Arbeitsmarktpolitik kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie noch stärker mit anderen Ressorts und Institutionen an Lösungen arbeitet: mit Bildung, mit Blick auf soziale und ökologische Ziele, wie flächendeckender und hochwertiger Kinderbetreuung, wie professioneller Pflege, wie Kreislaufwirtschaft. Das ist innovativ, kann gesellschaftliche Bedürfnisse decken und wirtschaftliche Entwicklung fördern.
  2. Soziale Unternehmen sind weltweit, aber auch in Österreich seit vielen Jahren Vorreiter*innen und können immense Erfahrung in die Gestaltung von Arbeitsmarktpolitik einbringen- Sie sind in einem breiten Spektrum von Sektoren tätig – von regionaler Entwicklung bis Klimaschutz, von Pflege bis zu sozialem Wohnungsbau – und vor allem sie wissen was es braucht um arbeitsmarktferne Gruppen zu reintegrieren.
  3. Es braucht individuelle, flexible und durchlässige Programme für Langzeitbeschäftigungslose Menschen, für die der erste Arbeitsmarkt mit seinen Anforderungen aktuell nichts zu bieten hat.
  4. Um ihr Potenzial voll ausschöpfen zu können benötigen Soziale Unternehmen selbst bessere Rahmenbedingungen, die ihnen ermöglicht ihr Potenzial voll auszuspielen. Stichwort, längere Verträge, flexiblere Modelle.

ONLINE Veranstaltungstipp: Mit Nachhaltigkeit und Gemeinwohl aus der Krise

Am Do, 31. 03. 2022, 19:00 sprechen Caroline Krecké und Christine Miedl über die Ansätze der SDGs und der Gemeinwohlökonomie als mögliche Antowort auf die immensen Herausforderungen, die aktuell durch die Krise an unsere Gesellschaft gestellt werden. Die Veranstaltung wird aufgrund der aktuellen Situation ONLINE abgehalten.

Bild: CC0 Creative Commons

Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „Gemeinsam fürs Gemeinwohl: mit Beteiligung und mehr Demokratie aus der Krise„.

Die aktuelle Krise rund um Covid-19 stellt unsere Gesellschaft vor immense Herausforderungen. Insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit ist ein andauerndes Problem, die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor ungewiss, und generell sind viele Menschen in ihrem physischen, psychischen und sozialen Wohlergehen gefährdet. Doch wie lässt sich dieser Zustand überwinden und wie sieht eine gute gesellschaftliche Zukunft aus? Sowohl die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) als auch die Gemeinwohlökonomie können hier Orientierung geben. Bei dieser Veranstaltung werden beide Ansätze vorgestellt und in Hinblick auf die aktuelle Krise thematisiert.

Vortragende:

Caroline Krecké, Beauftragte für Nachhaltigkeit & Kommunikation beim Ökobüro, Mitarbeit bei SDG Watch Austria, Wien

Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement der SPARDA-Bank München

Die Teilnahme ist kostenlos mit diesem Link möglich!

(Meeting ID: 862 7105 1909)

In Kooperation mit der Akademie für Gemeinwohl und dem Bildungshaus St. Virgil.
Gefördert aus Mitteln der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung.